Travel Influencer wirst du in fünf Stufen: Portfolio aufbauen, Zielgruppe mit deinen Instagram Insights belegen, erste Kooperationen gegen Leistungen, bezahlte Aufträge und eigene Einnahmen. Dafür brauchst du ein professionelles Konto, ein Media Kit und eine saubere Werbekennzeichnung. Einen festen Betrag pro Aufruf nennt Instagram nicht, Geld von Instagram selbst läuft über Tools wie Geschenke und Abos.
Was macht ein Travel Influencer eigentlich?
Ein Travel Influencer ist eine Person, die Reiseinhalte für ein festes Publikum erstellt und damit Geld verdient, meist über Aufträge von Hotels, Tourismusregionen, Reiseanbietern und Marken. Der Unterschied zum Reise-Account als Hobby liegt nicht im Motiv, sondern im Geschäft dahinter: Ein Travel Influencer verkauft eine Leistung. Er liefert vereinbarte Beiträge, Reels oder Stories, zeigt mit Zahlen, wen er erreicht, und kennzeichnet bezahlte Inhalte. Auf Instagram heißt diese Art von Inhalt Branded Content. Dafür verlangt Instagram ein professionelles Konto und eine etablierte Präsenz. Außerdem gelten die Monetarisierungsrichtlinien für Partner: Creator müssen eine authentische Präsenz aufbauen, und Meta kann den Zugriff auf Monetarisierungs-Funktionen jederzeit ändern. Wer Travel Influencer werden will, baut also zwei Dinge parallel auf: ein Konto, dem Menschen folgen, und einen Ablauf, mit dem Auftraggeber gern arbeiten. Beides wächst Schritt für Schritt, nicht in einer Saison.
Wie du das Konto selbst aufbaust, also Nische, Formate und Postingplan, steht ausführlich im Beitrag Instagram Reiseblogger werden: Reise-Account aufbauen. Dieser Beitrag setzt danach an: beim Schritt vom Konto zum Job. Den allgemeinen Einstieg ins Influencer-Dasein erklärt Influencer werden: der ehrliche Einstieg.
Travel Influencer werden: die fünf Stufen
Der Weg zum Travel Influencer verläuft in Stufen, und jede Stufe hat ein klares Ziel, bevor die nächste sinnvoll ist. Am Anfang steht ein Portfolio aus fertigen Reiseinhalten, das zeigt, was du lieferst. Danach belegst du mit deinen Instagram Insights, wen du erreichst: aus welchen Ländern und Städten deine Zuschauer kommen, wie alt sie sind und wie viele mit deinen Beiträgen interagieren. Auf der dritten Stufe folgen erste Kooperationen, bei denen du meist Leistungen wie eine Übernachtung oder einen Eintritt bekommst. Die vierte Stufe sind bezahlte Aufträge mit Honorar und einem schriftlichen Briefing. Die fünfte Stufe sind eigene Einnahmen, die nicht von einer einzelnen Marke abhängen, zum Beispiel ein eigener Reiseführer oder Empfehlungslinks. Viele überspringen Stufe zwei und schreiben Hotels ohne Zahlen an. Genau dort scheitern die meisten Anfragen, denn ein Hotel bucht Reichweite bei einer Zielgruppe, nicht schöne Bilder allein.
| Stufe | Was du brauchst | Woran du merkst, dass du weiter bist |
|---|---|---|
| 1. Portfolio | 15 bis 20 fertige Beiträge zu einem klaren Reisethema | Du kannst einem Hotel drei passende Beispiele schicken |
| 2. Zielgruppe belegen | Professionelles Konto, Insights der letzten 30 bis 90 Tage | Du kennst deine Top-Länder, Top-Städte und Altersgruppen |
| 3. Erste Kooperationen | Media Kit, kurze Anfrage, Kennzeichnung | Ein Haus sagt zu und teilt deine Inhalte |
| 4. Bezahlte Aufträge | Preisliste, Briefing, Rechnung | Auftraggeber kommen ein zweites Mal |
| 5. Eigene Einnahmen | Eigenes Produkt oder Empfehlungslinks | Monate ohne Auftrag sind trotzdem kein Minus |
Media Kit für Travel Influencer: was aus den Insights hineingehört
Ein Media Kit für Travel Influencer ist eine kurze Mappe, meist ein PDF mit zwei bis vier Seiten, das Auftraggebern zeigt, wer du bist, wen du erreichst und was du anbietest. Die wichtigsten Zahlen dafür liefert Instagram selbst. In den Insights findest du für „Betrachter*innen“ und für „Konten, die interagiert haben“ die Top-Länder, Top-Städte und Top-Altersgruppen sowie eine Aufschlüsselung nach Geschlecht. Bei deinen Followern siehst du die Top-Standorte und die Altersgruppe. Zwei Schwellen gelten laut Instagram-Hilfe: Trends zu deinen Followern siehst du ab mindestens 100 Followern, und Daten zu Betrachtern brauchen einen voreingestellten Zeitraum und mehr als 100 erreichte Konten. Für eine Tourismusregion ist gerade die Herkunft wertvoll. Wer Gäste aus Deutschland sucht, will sehen, dass dein Publikum dort sitzt. Die Insights öffnest du bei einem professionellen Konto über das Professional-Dashboard. Stand: Oktober 2026.
- Professionelles Konto einrichten: Profil > Mehr > unter „Für Profis“ auf „Kontoart und Tools“ > „Zu professionellem Konto wechseln“, dann „Creator“ wählen.
- Zeitraum wählen: Nimm einen voreingestellten Zeitraum, etwa die letzten 30 oder 90 Tage, und schreib ihn mit Datum ins Media Kit.
- Publikum notieren: Top-Länder, Top-Städte, Altersgruppen, Follower-Zahl.
- Leistung pro Beitrag notieren: Aufrufe und Interaktionen deiner drei besten Reise-Reels. Wie du die Zahlen pro Beitrag liest, steht unter Aufrufe in den Instagram Insights.
- Angebot formulieren: Was lieferst du, in welchem Format, bis wann, und mit welchen Nutzungsrechten für die Bilder.
Reise-Reels erreichen oft Menschen, die dir noch nicht folgen. Instagram schreibt, dass ein neues Reel zuerst einer kleinen Gruppe von Nicht-Followern gezeigt wird und die besten Reels danach einem etwas größeren Publikum. Für dein Media Kit zählen deshalb die Reels, die diese Hürde genommen haben.
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Zum AngebotTravel Influencer Brand Deals: Hotels, Regionen und Marken anfragen
Brand Deals für Travel Influencer entstehen fast immer durch eine eigene Anfrage, nicht durch Warten. Eine gute Anfrage ist kurz, persönlich und konkret: wer du bist, was dein Reisethema ist, welches Publikum du mitbringst, was du vorschlägst und was du dafür brauchst. Schick sie an die Person, die für Marketing oder Presse zuständig ist, und häng dein Media Kit an. Rechne mit vielen Absagen und mit Anfragen ohne Antwort, das ist normal. Ein Werkzeug, das du kennen musst, sind Partnership Ads. Dabei bezahlt die Marke dafür, deinen Inhalt noch mehr Menschen zu zeigen. Instagram schreibt in seinem Creator-Blog vom 20.02.2025, dass Creator mehr verlangen können, wenn Marken Werbebudget hinter ihre Inhalte stellen. Biete diese Option in deinem Angebot deshalb ausdrücklich an und lege einen eigenen Preis dafür fest. Für Personen in der EU gilt dabei eine Einschränkung, die im nächsten Abschnitt steht.
- Liste anlegen: 20 Häuser, Regionen oder Anbieter, die zu deinem Thema passen.
- Vorher interagieren: Folge den Konten und markiere sie, wenn du ohnehin dort warst.
- Anfrage schreiben: sechs bis acht Sätze, ein klarer Vorschlag, Media Kit als Anhang.
- Nachfassen: nach zehn Tagen eine freundliche Nachfrage, danach nicht mehr.
- Schriftlich festhalten: Leistung, Termin, Freigabe, Nutzungsrechte, Honorar oder Gegenleistung.
Was für Kooperationen üblich ist und wie du einen Preis findest, erklärt der Beitrag Instagram Kooperation Preise.
Kennzeichnung und Recht: was für Travel Influencer gilt
Travel Influencer müssen Werbung kennzeichnen, und das betrifft nicht nur bezahlte Aufträge. Nach § 5a Absatz 4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) handelt unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Verschweigen geeignet ist, Menschen zu einer geschäftlichen Entscheidung zu bringen, die sie sonst nicht getroffen hätten. Ein kommerzieller Zweck liegt bei einer Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens laut Gesetz nicht vor, wenn der Handelnde dafür kein Entgelt und keine ähnliche Gegenleistung erhält oder sich versprechen lässt. Der Erhalt oder das Versprechen einer Gegenleistung wird aber vermutet, es sei denn, du machst glaubhaft, dass du keine bekommen hast. Behandle deshalb auch eine kostenlose Übernachtung, einen Flug oder eine Tour als Werbung und kennzeichne den Beitrag. Instagram bietet dafür das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“. Es funktioniert nur in der mobilen App, dein Markenpartner braucht ein professionelles Konto und muss die Markierung bestätigen. Für Personen mit Wohnsitz in der EU, dem EWR und der Schweiz ist das Geldverdienen mit Werbeanzeigen eingeschränkt, wenn ihr Konto in einer Kontenübersicht mit werbefreiem Abo oder weniger personalisierter Werbung liegt.
Wie die Kennzeichnung im Detail aussieht, steht unter Instagram Werbung kennzeichnen. Sobald regelmäßig Geld oder Sachleistungen hereinkommen, klärst du auch die steuerliche Seite. Den Überblick gibt Influencer Steuern: Gewerbe, Umsatz, Belege.
Travel Influencer auf Instagram: welche Geld-Tools Instagram selbst bietet
Einen festen Betrag pro Aufruf nennt Instagram nicht. Auf den offiziellen Seiten zu den Geld-Tools steht auch kein Betrag pro 1.000 Aufrufe. Was es gibt, sind Monetarisierungs-Tools mit eigenen Voraussetzungen. Instagram nennt in seinem Überblick fünf: Abzeichen, Prämien, Creator Marketplace, Geschenke und Abos. Für Geschenke brauchst du laut Hilfebereich ein professionelles Konto, musst mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 500 Follower haben. Deutschland und Österreich stehen in der Länderliste. Instagram zahlt dabei 0,01 US-Dollar pro Stern, den du von einem Fan bekommst. Für Abos brauchst du mindestens 10.000 Follower, Deutschland steht in der Länderliste. Prämien zahlt Instagram als Einnahmen direkt aus, sie sind aber zeitlich begrenzt und laufen nur auf Einladung, die zufällig vergeben wird. Wichtig für alle Tools: Instagram kann die Berechtigung entziehen, wenn die Interaktionen deiner Zielgruppe maßgeblich aus gefälschten Reaktionen bestehen.
| Tool | Voraussetzung laut Instagram-Hilfe | Deutschland |
|---|---|---|
| Geschenke | Professionelles Konto, ab 18 Jahren, mindestens 500 Follower | In der Länderliste |
| Abos | Professionelles Konto, mindestens 10.000 Follower, ab 18 Jahren | In der Länderliste |
| Prämien | Nur auf Einladung, Produkttest | Länder nicht genannt |
| Branded Content | Professionelles Konto, etablierte Präsenz | EU-Einschränkung bei Werbe-Einnahmen |
Mehr zu Reels und Geld steht unter Mit Instagram Reels Geld verdienen.
Was verdient ein Travel Influencer? So rechnest du realistisch
Für das Einkommen von Travel Influencern in Deutschland gibt es keine offizielle Statistik, und jede Zahl im Netz ohne Quelle ist eine Schätzung. Sinnvoller ist es, deine eigene Rechnung aufzustellen, denn sie zeigt dir, ob sich ein Auftrag für dich lohnt, bevor du zusagst und losfährst. Nimm die Aufträge eines Quartals, zieh Reisekosten und Zeit ab und vergleiche das Ergebnis mit einem Stundenlohn. Eine Rechnung mit runden Zahlen: Zwei bezahlte Aufträge zu je 600 Euro bringen 1.200 Euro. Kosten für Anreise und Essen von 250 Euro bleiben ab, also 950 Euro. Stecken darin 30 Stunden für Planung, Reise, Dreh, Schnitt und Abstimmung, sind das gut 31 Euro pro Stunde vor Steuern. Eine Übernachtung als Gegenleistung lohnt sich nur, wenn du ohnehin dorthin reisen wolltest. Wie Reiseblogger insgesamt Geld verdienen, steht im Beitrag zum Reise-Account.
Gekaufte Aufrufe für Reise-Reels: wann sie passen und wann nicht
Gekaufte Aufrufe für Reise-Reels erhöhen die Zahl auf einem einzelnen Reel, mehr nicht, und das sagen wir als Anbieter von Aufrufen offen und ohne Umweg. Sie bringen keine Saves, keine Fragen nach der Route und keine Zuschauer aus deiner Zielgruppe in die Insights. Ins Media Kit gehören sie deshalb nicht, denn Hotels buchen dein Publikum. Instagram nennt in seinen Monetarisierungsrichtlinien ausdrücklich, dass nichts getan werden darf, was Follower, Aufrufe oder Interaktionen künstlich erhöht, und Meta untersagt in der Spam-Richtlinie den Kauf von Aufrufen. Wer Monetarisierungs-Tools oder Branded Content anstrebt, kennt diese Regeln. Passend ist ein Startwert höchstens für ein einzelnes Reel, das du außerhalb von Instagram verlinkst und das in der ersten Stunde mit sehr wenigen Aufrufen dasteht. Das Angebot dazu findest du unter Instagram Views kaufen, kein Passwort nötig.
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Zum AngebotHäufige Fragen: Travel Influencer werden
Wie wird man Travel Influencer?
In fünf Stufen: ein Portfolio mit 15 bis 20 Reisebeiträgen zu einem klaren Thema, ein professionelles Konto mit Insights zu deinem Publikum, erste Kooperationen gegen Leistungen, bezahlte Aufträge und eigene Einnahmen. Entscheidend ist der Schritt vom Konto zum Ablauf: Media Kit, kurze Anfragen, schriftliche Absprachen und eine saubere Werbekennzeichnung.
Wie viele Follower braucht ein Travel Influencer?
Für Kooperationen mit Hotels gibt es keine feste Zahl, Auftraggeber schauen auf Publikum und Interaktionen. Feste Schwellen nennt nur Instagram für seine eigenen Tools: 500 Follower für Geschenke und 10.000 Follower für Abos, jeweils mit professionellem Konto und ab 18 Jahren. Trends zu deinen Followern zeigen die Insights ab 100 Followern.
Was gehört in ein Media Kit für Travel Influencer?
Ein kurzer Steckbrief, dein Reisethema, die Follower-Zahl, Top-Länder, Top-Städte und Altersgruppen aus den Insights mit Zeitraum und Datum, Aufrufe und Interaktionen deiner besten Reise-Reels, drei Arbeitsbeispiele und dein Angebot mit Formaten, Fristen und Nutzungsrechten. Zwei bis vier Seiten als PDF reichen.
Wie bekomme ich als Travel Influencer Brand Deals?
Über eigene Anfragen. Leg eine Liste mit 20 passenden Hotels, Regionen oder Anbietern an, schreib der Marketing- oder Presseperson sechs bis acht Sätze mit einem konkreten Vorschlag und häng dein Media Kit an. Nach zehn Tagen fasst du einmal nach. Biete Partnership Ads als eigene Option mit eigenem Preis an.
Muss ich eine kostenlose Übernachtung als Werbung kennzeichnen?
Behandle sie als Werbung und kennzeichne den Beitrag. Das UWG nennt neben Entgelt ausdrücklich eine ähnliche Gegenleistung und vermutet deren Erhalt, solange du nicht glaubhaft machst, dass du keine bekommen hast. Auf Instagram nutzt du dafür das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“, das dein Markenpartner bestätigt.
Was verdient ein Travel Influencer?
Eine offizielle Statistik für Deutschland gibt es nicht, und einen festen Betrag pro Aufruf nennt Instagram nicht. Rechne selbst: Einnahmen eines Quartals minus Reisekosten, geteilt durch deine Arbeitsstunden. Zwei Aufträge zu je 600 Euro minus 250 Euro Kosten bei 30 Stunden Arbeit ergeben gut 31 Euro pro Stunde vor Steuern.