Social Media Sucht ist keine eigene, offiziell anerkannte Diagnose. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beschreibt aber suchtähnliches Verhalten bei sozialen Netzwerken wie Instagram. Typische Anzeichen sind unkontrollierte Nutzung, misslingende Versuche, sie zu reduzieren, und vernachlässigte Pflichten. Treten mehrere über längere Zeit auf, ist eine Beratung der richtige Schritt.
Was ist Social Media Sucht? Und ist sie eine Krankheit?
Social Media Sucht ist ein Alltagsbegriff für eine Nutzung sozialer Netzwerke, die du nicht mehr gut steuern kannst und die anderen Bereichen deines Lebens schadet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht in ihrem Bericht über Jugendliche vom 25.09.2024 von problematischer Social-Media-Nutzung und beschreibt sie als Verhaltensmuster mit suchtähnlichen Symptomen. Als eigene Krankheit ist Social Media Sucht dagegen nicht anerkannt. Das BIÖG, bis Februar 2025 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), erklärt dazu: Die WHO hat 2018 die Videospielsucht (Gaming Disorder) als Verhaltenssucht aufgenommen, seit 2021 steht sie in der internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-11. Als eigenständiges Störungsbild ist pathologischer Mediengebrauch derzeit nur für Computer- und Videospiele offiziell anerkannt. Zugleich schreibt das BIÖG, dass suchtähnliches Verhalten bei der übermäßigen Nutzung von sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok immer häufiger zu beobachten ist. Fehlt die Diagnose, heißt das also nicht, dass es kein Problem gibt.
Für deinen Alltag ist das Etikett weniger wichtig als die Frage, ob du die App steuerst oder die App dich. Wie Instagram entscheidet, was du als Nächstes siehst, erklärt der Beitrag Instagram Algorithmus: so funktioniert er. Instagram schreibt in seiner Erklärung zur Rangfolge, dass das System unter anderem vorhersagt, wie wahrscheinlich du ein Reel bis zum Ende ansiehst oder es erneut teilst.
Social Media Sucht Symptome: die Anzeichen laut BIÖG und WHO
Die Anzeichen einer Social Media Sucht ähneln laut BIÖG den Verhaltensweisen und Gefühlen bei anderen Süchten ohne Substanz, zum Beispiel bei der Glücksspielsucht. Das Institut nennt in seinem Themendossier „Ins Netz gehen“ von 2025 die häufigsten Symptome bei Jugendlichen: zeitlich unkontrollierter, oft stundenlanger Medienkonsum, eine stetige Erhöhung der Nutzungszeiten, übermäßige gedankliche Beschäftigung mit sozialen Netzwerken, misslingende Versuche, die Nutzung zu reduzieren, und die Vernachlässigung von Pflichten und Kontakten. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Wut, Reizbarkeit, Verzweiflung oder Niedergeschlagenheit, körperliche Begleiterscheinungen wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Schlafmangel sowie das Verheimlichen oder Verharmlosen der Nutzung. Die WHO nennt ganz ähnliche Punkte: fehlende Kontrolle, Entzugserscheinungen, vernachlässigte andere Aktivitäten und negative Folgen im Alltag. Wichtig ist der Zeitraum. Erst wenn mehrere dieser Anzeichen über längere Zeit auftreten, spricht das BIÖG von einer Abhängigkeit. Ein einzelner langer Abend ist also noch kein Symptom.
| Anzeichen (BIÖG) | Woran du es im Alltag merkst |
|---|---|
| Unkontrollierte Nutzung | Aus fünf geplanten Minuten wird eine Stunde, und das fast jeden Tag. |
| Steigende Nutzungszeit | Die Bildschirmzeit wächst von Woche zu Woche. |
| Gedankliche Beschäftigung | Auch offline denkst du ständig an Feed, Likes oder Nachrichten. |
| Misslingende Versuche, weniger zu nutzen | Du nimmst es dir vor und schaffst es wieder nicht. |
| Vernachlässigte Pflichten und Kontakte | Schule, Arbeit, Hobbys oder Freundschaften kommen zu kurz. |
| Entzugserscheinungen | Ohne Handy wirst du wütend, gereizt oder niedergeschlagen. |
| Körperliche Folgen | Kopf- oder Rückenschmerzen, zu wenig Schlaf. |
| Verheimlichen | Du spielst deine Nutzungszeit vor anderen herunter. |
Ab wann ist es Social Media Sucht? Der Selbsttest
Ab wann eine Nutzung zur Social Media Sucht wird, lässt sich nicht an einer Minutenzahl festmachen. Das BIÖG schreibt ausdrücklich, dass sich exzessive Mediennutzung nicht nur an der Nutzungszeit erkennen lässt. Auch die Art der Inhalte und die emotionale Situation spielen eine Rolle. Für Jugendliche gibt es trotzdem Richtwerte: Das BIÖG verweist auf eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die für Jugendliche ab 12 Jahren höchstens ein bis zwei Stunden freizeitliche Nutzung digitaler Medien am Tag empfiehlt und für 16- bis 18-Jährige nicht mehr als zwei Stunden. Das BIÖG nennt diese Zahlen ausdrücklich Richtwerte, die individuelle Entwicklung zählt mit. Einen Selbsttest für Jugendliche bietet das BIÖG auf seiner Seite ins-netz-gehen.de an, dazu eine kostenlose Online-Beratung. Ein Test im Netz ersetzt keine Diagnose, er hilft dir aber, dein Verhalten ehrlich einzuschätzen. Je früher das gelingt, desto eher helfen laut BIÖG Beratung und andere Maßnahmen.
Für einen ersten Blick auf dich selbst helfen diese Fragen. Beantworte sie für die letzten vier Wochen, nicht für einen einzelnen Tag:
- Schätze, wie viele Minuten du gestern auf Instagram warst. Prüfe dann die tatsächliche Zahl in der App (der Weg steht weiter unten). Wie groß ist der Abstand?
- Hast du in diesem Monat versucht, weniger zu scrollen, und es nicht geschafft?
- Ist Schlaf, Schule, Arbeit oder ein Treffen wegen der App ausgefallen oder kürzer geworden?
- Wirst du unruhig oder gereizt, wenn du nicht ins Handy schauen kannst?
- Greifst du vor allem dann zur App, wenn es dir schlecht geht?
Beantwortest du mehrere Fragen mit Ja, und das seit Wochen, nimm das ernst und sprich mit einer Beratungsstelle oder deiner Hausarztpraxis.
Social Media Sucht bei Jugendlichen und Erwachsenen: Zahlen und Folgen
Die belastbarsten Zahlen zur Social Media Sucht bei Jugendlichen stammen aus der Studie „Health Behaviour in School-aged Children“, die das WHO-Regionalbüro für Europa am 25.09.2024 vorgestellt hat. Befragt wurden fast 280.000 junge Menschen im Alter von 11, 13 und 15 Jahren in 44 Ländern und Regionen in Europa, Zentralasien und Kanada. Der Anteil mit problematischer Social-Media-Nutzung stieg von 7 Prozent im Jahr 2018 auf 11 Prozent im Jahr 2022. Mädchen waren häufiger betroffen als Jungen, mit 13 gegenüber 9 Prozent. Als Folgen nennt die WHO weniger Schlaf und spätere Schlafenszeiten. Jugendliche mit problematischer Nutzung berichteten außerdem von geringerem psychischem und sozialem Wohlbefinden. Für Erwachsene in Deutschland liegt uns keine vergleichbare Zahl einer Gesundheitsbehörde vor. Die Anzeichen aus der Tabelle oben gelten aber für jedes Alter: Auch bei Erwachsenen zählt, ob die Nutzung Schlaf, Arbeit und Beziehungen verdrängt.
Zum Verlauf sagt das BIÖG: Der Übergang zu einer exzessiven Nutzung kann fließend verlaufen, und nicht jede intensive Phase führt in eine Abhängigkeit. Eine Rolle spielen die Inhalte und die Gefühlslage. Wer die App vor allem nutzt, um Stress, Langeweile oder Traurigkeit zu überdecken, achtet deshalb besonders auf dieses Muster.
Was tun bei Social Media Sucht? Sieben Schritte, die du heute machst
Gegen eine Social Media Sucht hilft kein einzelner Trick, sondern eine Reihe kleiner Hürden, die den automatischen Griff zum Handy unterbrechen. Instagram bietet dafür eigene Werkzeuge unter „Zeitmanagement“. Dort siehst du, wie viel Zeit du im Durchschnitt der letzten sieben Tage auf Instagram verbracht hast. Die Zeit zählt ab dem Öffnen der App, bis du sie schließt oder zu einer anderen App wechselst. Im selben Bereich stellst du ein tägliches Zeitlimit ein. Instagram erinnert dich dann, wenn du an einem Tag eine bestimmte Zeit in der App verbracht hast. Wichtig zu wissen: Das ist eine Erinnerung, keine Sperre. Teen-Konten haben laut Instagram-Hilfe standardmäßig ein tägliches Zeitlimit von einer Stunde. Das BIÖG bietet zusätzlich ein Medientagebuch an und rät zu festen Vereinbarungen. Die folgenden sieben Schritte verbinden die App-Werkzeuge mit diesen Tipps und dauern zusammen keine halbe Stunde. Stand: Oktober 2026.
- Zeit ansehen: Profil > Menü (oben rechts) > „Deine Aktivitäten“ > „Zeitmanagement“. Notiere den Durchschnitt der letzten sieben Tage.
- Tägliches Zeitlimit setzen: Profil > Menü > unter „So nutzt du Instagram“ auf „Zeitmanagement“ > „Tägliches Zeitlimit“ > Dauer auswählen.
- Push-Benachrichtigungen stummschalten: In den Mitteilungs-Einstellungen deines Handys schaltest du die Push-Meldungen von Instagram aus. So fällt ein ständiger Auslöser weg, das Brummen in der Tasche.
- Zahlen ausblenden: Du kannst festlegen, ob andere die Anzahl der „Gefällt mir“-Angaben und Aufrufe auf deinen Beiträgen sehen, und Like-Zahlen bei Beiträgen anderer ausblenden. Wie das geht, steht unter Likes auf Instagram verbergen und Instagram Aufrufe verbergen.
- Medientagebuch führen: Schreib eine Woche lang auf, wann und warum du die App öffnest. Das BIÖG bietet dafür eine kostenlose Vorlage an.
- Handyfreie Zeiten festlegen: Zum Beispiel beim Essen und die letzte Stunde vor dem Schlafen. Die WHO verbindet problematische Nutzung mit weniger Schlaf.
- Ersatz planen: Das BIÖG nennt als Ziel seiner Beratung, Freizeitaktivitäten außerhalb digitaler Medien aufzunehmen. Lege vorher fest, was du stattdessen tust.
Wenn du selbst postest: Produzieren und Konsumieren trennen
Wer für ein Projekt oder ein kleines Business postet, hat einen Grund, ständig in die App zu schauen. Bündle deshalb die Arbeit: Beiträge an einem festen Tag vorbereiten und planen, Kommentare zu festen Zeiten beantworten, Zahlen einmal pro Woche ansehen. Wie das Planen praktisch geht, steht unter Instagram Beiträge planen. Eine Like-Zahl bewertet einen Beitrag, nicht dich. Wer seine Stimmung an diese Zahl koppelt, gibt ihr zu viel Macht.
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Zum AngebotFür Eltern: Social Media Sucht vorbeugen und ansprechen
Eltern können einer Social Media Sucht bei Jugendlichen am besten mit klaren Absprachen vorbeugen. Das BIÖG rät zu verbindlichen Vereinbarungen für die ganze Familie und betont, dass Eltern dabei ein Vorbild sind. Weitere Tipps des Instituts: Altersempfehlungen beachten, Inhalte vorher prüfen, mit Jugendlichen im Gespräch bleiben, die Mediennutzung regelmäßig gemeinsam reflektieren und je nach Alter Internetzugang und Jugendschutzfilter einstellen. Bei problematischem Verhalten empfiehlt das BIÖG, Jugendliche zum Selbsttest zu ermutigen und bei Bedarf professionelle Hilfe zu nutzen. Für Eltern gibt es das Portal ins-netz-gehen.info mit einer Datenbank von Beratungsstellen in der Nähe. Auf Instagram selbst haben Teen-Konten ein tägliches Zeitlimit von einer Stunde als Standard. Über die Elternaufsicht kann ein Elternteil zusätzlich festlegen, dass Instagram gesperrt wird, wenn das Limit erreicht ist. Einen Überblick über die App für Eltern gibt der Beitrag Instagram für Eltern erklärt.
Ein Gespräch funktioniert besser mit Fragen als mit Vorwürfen: „Wie geht es dir nach einer Stunde Reels?“ öffnet mehr als „Du hängst schon wieder am Handy.“ Stories lassen sich auch nur mit einem kleinen Kreis teilen, das nimmt Druck raus. Wie das geht, steht unter Instagram enge Freunde.
Social Media Sucht loswerden: wo du Hilfe bekommst
Professionelle Hilfe bei Social Media Sucht ist dann der richtige Schritt, wenn eigene Versuche mehrfach gescheitert sind oder Schlaf, Schule, Arbeit und Beziehungen über Wochen leiden. Für Jugendliche bietet das BIÖG über ins-netz-gehen.de einen Selbsttest und eine kostenlose Online-Beratung an. Eltern finden über ins-netz-gehen.info eine Datenbank mit Beratungsstellen in ihrer Nähe und eine E-Mail-Beratung, in der ein professionell geschultes Beratungsteam individuelle Fragen beantwortet. Erwachsene wenden sich an die Hausarztpraxis oder an eine Suchtberatungsstelle vor Ort. Ist die Praxis geschlossen und die Lage kann nicht bis morgen warten, erreichst du unter 116117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Nummer gilt laut Bundesgesundheitsministerium deutschlandweit und ist kostenfrei. Bei lebensbedrohlichen Fällen gilt der Notruf 112. Wenn es dir sehr schlecht geht oder du an Selbstverletzung denkst, wähle sofort die 112 und warte nicht auf einen Termin. Hilfe zu holen ist kein Scheitern, sondern der Schritt, der am meisten bringt.
Zum Schluss ein offenes Wort von uns als Anbieter: SocialSchub verkauft Interaktionen wie Likes. Gekaufte Likes erhöhen die Zahl unter einem einzelnen Beitrag, mehr nicht. Sie nehmen dir keinen Druck, ändern nichts an deiner Bildschirmzeit und ersetzen kein Gespräch. Sinnvoll sind sie nur als nüchterne Entscheidung für ein Projekt, etwa wenn ein neuer Beitrag in den ersten Stunden mit null Reaktionen dasteht. Was dabei zählt, erklärt der Beitrag Instagram Engagement Rate. Das Angebot selbst findest du unter Instagram Likes kaufen, kein Passwort nötig.
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Zum AngebotHäufige Fragen zur Social Media Sucht
Ist Social Media Sucht eine Krankheit?
Als eigene Diagnose ist Social Media Sucht nicht anerkannt. Laut BIÖG ist pathologischer Mediengebrauch als eigenständiges Störungsbild derzeit nur für Computer- und Videospiele offiziell anerkannt, seit 2021 in der ICD-11. Das BIÖG beobachtet aber immer häufiger suchtähnliches Verhalten bei sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok. Ob dein Verhalten behandlungsbedürftig ist, beurteilt eine Fachperson.
Ab wann spricht man von Social Media Sucht?
Eine feste Minutenzahl gibt es nicht. Das BIÖG spricht von Abhängigkeit, wenn mehrere Anzeichen über einen längeren Zeitraum auftreten, etwa unkontrollierte Nutzung, misslingende Versuche, weniger zu nutzen, und vernachlässigte Pflichten. Für Jugendliche nennt eine Leitlinie, auf die das BIÖG verweist, ein bis zwei Stunden Freizeitnutzung am Tag als Richtwert.
Gibt es einen Social Media Sucht Test?
Ja. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet Jugendlichen auf ins-netz-gehen.de einen Selbsttest an, dazu eine kostenlose Online-Beratung. Ein Selbsttest stellt keine Diagnose. Er hilft dir aber, dein Verhalten ehrlich einzuschätzen. Je früher das gelingt, desto eher helfen laut BIÖG Beratung und andere Maßnahmen.
Wie viele Jugendliche sind von Social Media Sucht betroffen?
Laut WHO-Regionalbüro für Europa stieg der Anteil der 11-, 13- und 15-Jährigen mit problematischer Social-Media-Nutzung von 7 Prozent im Jahr 2018 auf 11 Prozent im Jahr 2022. Befragt wurden fast 280.000 junge Menschen in 44 Ländern und Regionen. Mädchen waren mit 13 Prozent häufiger betroffen als Jungen mit 9 Prozent.
Wie wird man Social Media Sucht los?
Mit kleinen Hürden und Unterstützung. Setze in Instagram unter Zeitmanagement ein tägliches Zeitlimit, schalte Push-Benachrichtigungen stumm und führe eine Woche lang ein Medientagebuch. Lege handyfreie Zeiten und einen Ersatz fest. Gelingt das trotz mehrerer Versuche nicht, hol dir Hilfe bei einer Beratungsstelle oder in deiner Hausarztpraxis.
Wie kann man Social Media Sucht vorbeugen?
Das BIÖG empfiehlt Familien verbindliche Vereinbarungen zur Mediennutzung, bei denen Eltern Vorbild sind. Dazu gehören Altersempfehlungen beachten, im Gespräch bleiben und die Nutzung regelmäßig gemeinsam reflektieren. Feste handyfreie Zeiten, ein Zeitlimit in der App und Freizeit außerhalb digitaler Medien senken das Risiko, dass aus Gewohnheit ein Problem wird.